Sonntag, 30.10.2016 - Mittwoch, 30.11.2016

Ausstellung: Werke von Kakha Chkhataraishvili

Portraits von Kakha Chkhataraisvhili

Kakha Chkhataraishvilis Welt der Frauen

Wir freuen uns, im Hotel Suliko einige Bilder des georgischen Künstlers Kakha Chkhataraishvili zu präsentieren. Die Ausstellung wurde organisiert von Eka Reisner, Galleristin der Art Gallery Vake, und endet am 30. November. Eine Preisliste der ausgestellten Bilder erhalten Sie auf Anfrage.

Hier ein paar erläuternde Worte der Stuttgarter Kunsthistorikerin Christjane Schüßler zu den Werken von Kakha Chkhataraisvhili:

"Frauen machen etwas mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung aus. Die Welt von Kakha Chkhataraishvili dagegen ist eine Welt der Frauen. Der Mann wird hier zum Statisten, zum Beiwerk.

Der zeitgenössische georgische Künstler (1960, lebt und arbeitet in Tbilisi) ist ein Maler der Menschen. Seine farbgewaltigen Gemälde sind von klar konturierten Personen dominiert. Das Bildformat ist gefüllt von Porträtdarstellungen, Paaren oder kleinen Personengruppen. Die Frau als Motiv spielt die Hauptrolle. Ihre verschiedenen Gemütslagen sind zentral. Mal als selbstbewusser Solitär, mal in irritierend enger Verschmelzung mit anderen Gesichtern – ist das der Partner oder ein anderes Selbst? Der Rücken einer blauen Frauenfigur beispielsweise mutiert zu einem weiteren Gesicht. Oder ein kauernder Frauenkörper ist verborgen in einem Männerkopf, eine kräftige Männergestalt versteckt sich in den Schultern einer Frau, Gesichter tauchen auf, zwischen zwei sich begegnenden Körpern. Fantastische Körpermutationen sind ein mit spielerischer Leichtigkeit eingesetztes Stilmittel von Chkhataraishvili.

So entstehen Traumwelten. Seelische Zustände anzudeuten ist wichtiger als eine Verortung in unserer Realität. Durch wenige, ab und an auftauchenden Gegenstände, ein Tisch, ein Stuhl, eine Teekanne, wird das Bekannte, Alltägliche aber doch hinzugezogen. Die Luft zwischen den Dingen und Personen, das Dazwischen-liegende, die Innenwelten, oft von uns nicht in Worte zu fassen – das ist Chkhataraishvilis Thema.

Entscheidend ist der radikale Umgang mit Farbe und Formen. Die Farben sind leuchtend-klar und von scharfen Konturlinien zu einzelnen Flächen zusammengesetzt. Die Motive bleiben stets in der Fläche, Räumlichkeit wird zwar teilweise angedeutet, ist aber nie auf eine Dreidimensionalität hin ausgerichtet. Auch gibt es keine Farbverläufe oder weichen Übergänge bei diesem Künstler, die Farben stoßen hart aufeinander, sie übernehmen so auch Hinweise auf die Emotionen der Figuren. Diese intensive Leuchtkraft und Lebendigkeit der Figuren, entsteht durch den Einsatz von Ölkreide.

Charakteristisch ist die kräftige Linie, die die einzelnen Bildelemente deutlich voneinander abgrenzt. Spannend, dass trotzdem die Personen ineinander über zu gehen scheinen, ihre Grenzen lösen sich auf. Diese Linien gehen aus dem menschlichen Körper heraus, in das Mobilar des Zimmers über, in Ornamente, in Schuhe oder Lampen. Es sind paradoxerweise die Grenzen, die alles verbinden. Der Betrachter ist aufgefordert die Bilderwelten zu erforschen, nicht immer zeigen sich die Gesichter auf den ersten Blick, manchmal dauert es eine ganze Weile, bis die verschlungenen Linien ihre Geheimnisse und Vieldeutigkeit preisgeben."

 

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